Palmöl und Kokosöl – Mythos oder Wahrheit?

Es gibt kaum Öle, über die so viel berichtet wird wie über Palmöl und Kokosöl. Beide sind völlig umsponnen von Gerüchten und Mythen, die durch die Medien und gezieltes Marketing verbreitet wurden. Ist Palmöl nun krebserregend? Ist Kokosöl gesund, solange es Bio ist? Leidet die Umwelt wirklich unter dem Anbau? Welche Informationen von deinem Wissen erwiesen sind und welche nicht, erfährst du in diesem Blog.

Achtung: Lesenswert!

Die Umweltproblematik

Es gibt zwei Arten von Palmöl, das Palmöl aus den Früchten und das Palmkernöl aus den Kernen. Die Rohstoffe wachsen auf der Ölpalme in Regenwäldern, hauptsächlich in Indonesien und Malaysien.
Für die Herstellung von Palmöl muss Regenwald gerodet werden, weil die riesige Nachfrage immer größere Anbaugebiete fordert. Dadurch sterben gefährdete Tierarten aus und es werden hohe Werte an CO2 ausgestoßen, was sich besonders schlimm auf den Klimawandel auswirkt.

Mit der folgenden Aussage will ich keinesfalls das Palmöl schönreden, aber wenn die Industrie weiterhin die gleiche Menge an Öl verwenden will, ist Palmöl nicht die schlechteste Wahl. Denn man muss bedenken, dass die Ölpalmen einen sehr hohen Ertrag liefern und man für die gleiche Menge an (beispielsweise) Sonnenblumenöl wahrscheinliche die doppelte oder dreifache Fläche an Regenwald benötigen würde! Die Massenproduktion muss aber trotzdem eingebremst werden, keine Frage.

Eine Lösung wäre, dass Firmen allgemein weniger Öl in der Produktion verwenden. Niemand BRAUCHT Palmöl in seinem Duschgel, seinem Waschpulver oder seinen Kerzen, denn hier kann man alternative Rohstoffe einsetzen. Auch bei der Lebensmittelindustrie kann man erhebliche Einsparungen bei den Produkten vornehmen, was zwangsläufig auch zu gesünderen Lebensmitteln mit weniger Fettanteil führen würde.
Fazit: Der Anbau von Palmöl ist immens schlecht für die Umwelt, aber die Herstellung von anderen Ölen in diesen Mengen wäre auch nicht umweltfreundlich.
Kokosöl wird aus Kokosnüssen gewonnen, die ähnlich wie Palmöl auf Palmen im Regenwald wachsen. Die Problematik mit der Regenwaldrodung ist hier die gleiche.

Sind die Öle gesund?

Die Antwort lautet ganz eindeutig NEIN!
Um diese Aussage zu belegen, erkläre ich zuerst ein bisschen Theorie: Ein Öl besteht aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, wobei die gesättigten die „Bösen“ sind, weil sie das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen (auch kardiovaskuläre Krankheiten genannt) stark erhöhen und darum in der Ernährung stark vermieden werden sollten.
Palmöl besteht aus circa 50% dieser gesättigten Fettsäuren und Kokosöl aus unglaublichen 90%! Im Vergleich dazu enthält das gesunde Olivenöl nur 8% und Rapsöl sogar nur 3% gesättigte Fettsäuren.

Aus dem gesundheitlichen Aspekt gesehen sind also beide schlecht, wobei man Kokosöl noch viel mehr meiden sollte als Palmöl. Beim Kokosöl wurde ebenfalls durch mehrere Studien belegt, dass bei regelmäßigem Verzehr der Cholesterinspiegel steigt, wodurch es zu einer Verengung der Arterien und zu Schlaganfällen kommen kann. Dabei macht es auch keinen Unterschied, ob das Kokosöl aus biologischem oder konventionellen Anbau stammt.

Die Aussage, dass Palmöl krebserregend ist wurde von den Medien verbreitet und kann wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Es gibt eine Studie, die herausgefunden hat, dass in Palmöl größere Mengen an 3-MCPD vorhanden sind und dieser Stoff tatsächlich krebserregend ist. Was die Medien aber nicht wissen ist, dass 3-MCPD in fast allen Ölen vorkommt, nur in geringeren Mengen. Der Annahme nach wären also alle Öle krebserregend… Und dem ist natürlich nicht so. Hier gilt die Aussage „Die Menge macht das Gift“.

Was kannst DU dagegen tun?

Palmöl wird in der Industrie nicht nur für Lebensmittel eingesetzt, sondern auch für Kosmetik oder Waschmittel. Das Öl ist deshalb so begehrt, weil es sehr gute technologische Eigenschaften aufweist und auch in großen Mengen gut zu verarbeiten ist, daher wird es von Firmen gerne für ihre Produkte verwendet. 2015 wurden daher 60 Millionen Tonnen Palmöl produziert.

Wenn du den Anbau und die Verwendung von Palmöl nicht unterstützen möchtest, kannst du ganz einfach die Inhaltsstoffe in deinen Lebensmitteln durchlesen und die, die Palmöl enthalten, nicht kaufen. Auch in Kosmetikartikeln ist Palmöl häufig anzutreffen. Hier kannst du die App „Codecheck“ verwenden und den Strichcode deiner Produkte scannen. Die App zeigt euch automatisch an, welche Inhaltsstoffe drin sind und ob Palmöl dabei ist.
Kokosöl wird in Lebensmitteln eher wenig eingesetzt, aber viele kaufen es und verwenden es zum Kochen. Warum ihr das nicht tun solltet, habt ihr ja schon einen Absatz weiter oben gelesen.

Mit diesem Blogartikel bitte ich euch, auf die zwei Öle zu verzichten und sie zu vermeiden, wo es geht. Ihr tut damit der Umwelt und eurer Gesundheit einen riesen Gefallen!
Wer noch Fragen hat, darf gerne einen Kommentar hinterlassen.
Eure Rosalie <3

3 Kommentare

  • Sandra

    Danke für diesen Beitrag. Ich habe gelernt, dass die gesättigten Fettsäuren im Kokosöl besonders sind, da es MCT Fette sind. Kannst du etwas dazu sagen? Viele pflanzliche Öle darf man ja auch nicht erhitzen, weil sie dann Transfette bilden (wie Olivenöl). Bei Kokosöl ist das wohl aber kein Problem…?

    • RosalieKatja

      Hallo Sandra 🙂
      Nein, in Bezug auf die MCT Fette weiß ich leider nichts genaueres.
      Zum Erhitzen: Transfette entstehen eigentlich nur beim Frittieren, weil die Temperatur dort so hoch ist. Wenn man Olivenöl zum Kochen verwendet, entstehen normalerweise keine Transfette und zum Frittieren wird es nicht verwendet, weil sich dabei unerwünschte Geschmacksstoffe bilden. Olivenöl sollte in dieser Hinsicht also safe sein.
      Somit würde ich schlussfolgern, dass sich beim normalen erhitzen beim Kokosöl auch keine Transfette bilden, beim Frittieren aber schon. Leider gibt es dazu auch verschiedene Aussagen in der Literatur. Eines kann ich dir aber mit gutem Gewissen raten: Da jedes Öl Vor- und Nachteile hat, verwende einfach viele verschiedene. Kaufe einmal ein Kaltgepresstes, ein anderes Mal wieder ein raffiniertes Öl. So hast du von allen positiven Eigenschaften ein bisschen was und bist nie nur mit den Nachteilen konfrontiert.
      Liebe Grüße, Rosalie

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