Plastik vs. biologisch abbaubares Plastik

Wir kennen alle die Probleme, die Plastik mit sich bringt. Es verrottet nicht, verschmutzt die Umwelt, tötet Tiere und beinhaltet sogar für den Menschen gefährliche Chemikalien. Wäre es da nicht traumhaft, einen anderen Rohstoff mit den gleichen Eigenschaften zu finden?

Genau diesen „anderen Rohstoff“ gibt es schon seit einigen Jahren am Markt. Ich rede von biologisch abbaubarem Plastik. Das hast du noch nie wo gelesen? Dann schau mal auf der Verpackung von deinem Bio Gemüse nach! Speziell dort wird die angeblich biologisch abbaubare Plastikfolie oft verwendet. Das führte bei mir anfangs zu einem Gefühl, mit dem ich gut leben konnte. So nach dem Motto „Ich kaufe Plastik, aber da es ja abbaubar ist, ist es nicht so schlimm.“
Aber nach vielen Recherchen bin ich leider zu einem anderen Schluss gekommen. Das biologisch abbaubare Plastik ist zwar eine Alternative zu normalem Plastik, aber wirklich besser ist es nicht.

Ja, die angebliche umweltfreundliche Plastikalternative verrottet irgendwann. Aber nicht bei dir am Komposthaufen und auch nicht in der Umwelt, sondern in riesigen industriellen Kompostieranlagen. Hinter solchen Kompostieranlagen steht ein Haufen Technik, naturwissenschaftliches Wissen und vor allem Kontrolle. Kontrolle darüber, wie belüftet wird, welche Temperatur nötig ist, welche chemischen Reaktionen beim Abbau des Materials stattfinden,…
Dort werden quasi von Menschenhand Bedingungen geschaffen, die man in der Natur nie vorfinden würde. Also für die Umwelt bringt sich dieses „tolle“ Plastik genau gar nichts, weil es dort nur in den seltensten Fällen verrotten wird.
Anschauliches Beispiel: Von meiner Chemielehrerin aus der Schule weiß ich, dass sich dieses Plastik bei ungefähr 60°C abbaut. Sie hat in ihrem Komposthaufen über längeren Zeitraum die Temperatur gemessen und kam nie über 40°C… Komm also bitte nicht auf die Idee, deine biologisch abbaubaren Plastikfolien in deinen eigenen Komposthaufen zu werfen! Du ruinierst dir damit nur die Erde.

Das nächste Problem sind die Rohstoffe, die für biologisch abbaubares Plastik verwendet werden. Meist steht „aus nachwachsenden Rohstoffen“ drauf. Hört sich auch super an, oder? Aber wenn man einen Schritt weiterdenkt, kommt man drauf, dass diese nachwachsenden Rohstoffe erst in riesigen Mengen produziert werden müssen, nur um danach für Plastik verwendet zu werden. Typische Materialien sind zum Beispiel Holz und Mais. Leider heißt das, dass für die Produktion der biologisch abbaubaren Kunststoffe Wälder gerodet werden und Mais (=Nahrungsmittel) nicht gegessen sondern in riesige Produktionshallen transportiert wird. Der Mais wird oft in ärmeren Regionen angebaut, wo die Bevölkerung über das Nahrungsmittel sehr dankbar wäre, aber stattdessen wird alles zu Verpackungsmaterial verarbeitet.
Ist das wirklich sinnvoll? Nur für eine blöde Plastikfolie, in der völlig unnötig Obst und Gemüse eingeschweißt wird?

Ich würde dieses angeblich so umweltfreundliche Plastik jetzt auch nicht als schlechter als normales Plastik bewerten, aber wirklich besser ist es eben auch nicht. Wie überall haben beide Dinge ihre Vor- und Nachteile und am besten wäre es, wenn du deine Lebensmittel unverpackt kaufst. Hast du in der Nähe von deinem Wohnort einen Zero Waste Laden? Oder kennst du zumindest einen Bauern, wo du Lebensmittel kaufen kannst?
Deine Rosalie <3

Vergiss nicht, dich in meinen Newsletter einzutragen um bei dem Gewinnspiel mitzumachen! Zu gewinnen gibt es 2 Holzzahnbürsten! Nähere Infos findest du hier.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.